Renaturierungsmaßnahmen
Renaturierung Hochmoor und Torfstich 2019 - 2023
Im Jahr 2019 stellte DI Herwig Müller, der maßgeblich für die Planung und Errichtung der Spundwände verantwortlich war, bei einem Besuch im Moor fest, dass die Spundwände zwar zum gewünschten Erfolg wesentlich beigetragen haben, einige jedoch an mehreren Stellen aufgrund von Frostereignissen beschädigt und auch teilweise desolat waren. Im Zuge einer gemeinsamen Begehung am 19. August 2021 mit Mag. Klaus Krainer wurde vereinbart, ein Sanierungsprojekt auszuarbeiten.
Die geplante Sanierung der Spundwände wurde um die bereits früher geplante Abschrägung der Torfstichkanten erweitert. Zudem wurde auch der Vorschlag von Mag. Krainer in das Projekt aufgenommen, anstelle der alten Torfhütte ein Kleingewässer anzulegen.
Bei der BH Feldkirchen und beim Land Kärnten wurde das Projekt zur Genehmigung und Finanzierung eingereicht. Der naturschutzrechtliche Bescheid der BH Feldkirchen wurde im Jänner 2023 ausgestellt.
Die Beauftragung über einen Werkvertrag mit dem Land Kärnten erfolgte im September 2023.
Zunächst fand gemeinsam mit DI Herwig Müller eine detaillierte Bestandserhebung der erforderlichen Materialien (Gewindestangen, Kanter, Bretter) statt. Mit der Obfrau Anneliese Schusser der Agrargemeinschaft als Eigentümerin des Hochmoores wurden die Arbeiten koordiniert.
Aufgrund der Witterung konnte erst am 9. November mit den Arbeiten begonnen werden. Am ersten Tag wurde mit dem Einbau der Spundwände gestartet. Am 10. November erfolgte die Baggerung des Kleingewässers.
Am 15. und 21. November wurden die Arbeiten an den Spundwänden fortgesetzt und abgeschlossen.
Im Bereich des Beobachtungsturmes wurde beidseitig des Zugangssteges eine Barriere errichtet, um den Besuchern den Zugang zum sensiblen Hochmoorbereich zu verhindern bzw. zu erschweren.
An den Arbeiten haben teilgenommen:
DI Herwig Müller, Jakob Salbrechter, Manfred Ronacher, Alexander Kleinegger BSc, Mag. Christian Keusch sowie von der Arge NATURSCHUTZ DI Roland Schiegl und Mag. Klaus Krainer.
Für Verpflegung wurde von Anneliese Schusser bestens gesorgt. Bohrmaschinen bzw. Bohrer wurden teilweise von der Firma Schmölzer kostenlos bereitgestellt.
Im Jahr 2024 wird das Projekt mit Abschrägung der Torfstichkanten abgeschlossen.
Renaturierung Hochmoor und Torfstich 2007 - 2013
Die im Jahr 2003 begonnenen Wasserstandsmessungen mit Dauerpegeleinrichtungen ergaben, dass der Grundwasserspiegel im Hochmoor für ein aktives Moorwachstum zu niedrig ist, da die Gräben immer noch eine entwässernde Wirkung besitzen. Im Jahr 2007 wurde mit dem Einbau von Holzdämmen in die Entwässerungsgräben des ehemaligen Torfstichs ein erster Schritt zur Hochmoor-Sanierung gesetzt. Die Arbeiten wurden von der Landjugend Reichenau unter der Leitung von Hans Peter Huber und Gerhard Pertl von der Autertaler Torfgemeinschaft sorgfältig durchgeführt. Fachliche Unterstützung erhielten sie von den Forstarbeitern der Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) aus Tamsweg unter der Leitung von DI Herwig Müller. Insgesamt wurden 24 Holzdämme (Lärchenholzkonstruktion nach dem Nut-Feder-Prinzip) eingebaut. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgte über das Kulturlandschaftsprojekt Kärnten (Programm zur Entwicklung des Ländlichen Raumes, Artikel 33) der Arge NATURSCHUTZ.
Am 30. September 2007 wurde die erfolgreiche Umsetzung der ersten Maßnahmen gebührend gefeiert. Nach der Messe in der Pfarrkirche St. Lorenzen erfolgte die offizielle Einweihung der Dämme durch Pfarrer Johannes Wedenig. Bürgermeister Karl Lessiak (Gemeinde Reichenau) und Bezirkshauptmann Dr. Dietmar Stückler (BH Feldkirchen) würdigten in ihren Festreden die vorbildliche und beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Grundeigentümer, Naturschutz und Behörde. Dr. Birgit Karre und Mag. Klaus Krainer stellten das Gesamtprojekt und die umgesetzten Maßnahmen vor.
Nach der Fertigstellung der Baumaßnahmen sorgte ein Adriatief für starke Regenfälle und füllte die Gräben mit Regenwasser an. Damit hatten sich die ersten Erwartungen der Maßnahmen erfüllt: wo früher Gräben das Moor durchzogen, standen nun Wasserflächen. Auch das Tormooswachstum setzte bald darauf ein.
Regelmäßige Kontrollen des Wasserstandes mittels Dauerpegel geben Aufschluss darüber, ob die Maßnahmen wirken. Derzeit ist ein positiver Trend bezüglich der Hebung des Wasserspiegels zu beobachten, wobei die Maßnahmen nicht nur direkt bei den Gräben (Auffüllen der Gräben und Bildung einer Teichkette), sondern auch in der gesamten Fläche des zentralen Hochmoores Wirkung zeigen. Ein Monitoring der Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushaltes wird vorerst bis Ende 2013 weitergeführt.
Buchtipp:
KARRE, B. (2008): Vom Torfstechen zum partizipativen Naturschutz. Regenerationsmaßnahmen im Autertaler Hochmoor – Ein Managementplan im Fokus. Saarbrücken: Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften.










