Artenschutzprojekt Smaragdeidechse in Westkärnten
Ausgangslage und Projektinhalt
Die Östliche Smaragdeidechse (Lacerta viridis) erreicht in Osttirol und im westlichen Kärnten eine regionale Verbreitungsgrenze in den Ostalpen. Von ihren westlichen Arealgrenzen in Kärnten waren nur wenige ältere, meist seit 1980 nicht mehr bestätigte, Vorkommen bekannt.
Die Arge NATURSCHUTZ führte von August 2016 bis August 2019 ein LE-Projekt mit dem Titel "Artenschutzprojekt für die Smaragdeidechse (Lacerta viridis) am inneralpinen Verbreitungsrand in Kärnten" durch. Die Zielsetzung für das Projekt bestand darin, einen Überblick über die aktuelle Bestandssituation der Smaragdeidechse in Oberkärnten (Bezirke Spittal und Hermagor) zu gewinnen. Dabei wurden alte Fundorte und potentielle Lebensräume auf aktuelle Vorkommen der Smaragdeidechse überprüft. In Kooperation dazu wurde die Situation in Osttirol von Dr. Florian Glaser (Technisches Büro für Biologie, Absam) in methodisch abgestimmter Weise untersucht.
Aktuelle Verbreitung
Insgesamt 39 Geländetage wurden mit der Suche nach Smaragdeidechsen im westlichen Gailtal, im Gitschtal, Mölltal und Oberen Drautal verbracht. Dabei konnten an immerhin 43 Standorten Smaragdeidechsen gefunden werden. Besonders erfreulich waren mehrere Sichtungen von Jungtieren, die eine erfolgreiche Reproduktion der jeweiligen Populationen belegen.
Unsere Aufrufe um Meldungen von Smaragdeidechsen-Beobachtungen sind erfreulicherweise vielfach beantwortet worden und weitere 69 Fundmeldungen aus dem Untersuchungsgebiet ergänzen den Überblick zur aktuellen Verbreitung.
Mit dem vorliegenden Projekt konnten aktuelle Vorkommen der Smaragdeidechse im Mölltal bis in die Gemeinde Flattach nachgewiesen werden, weiter nach Westen als bisher bekannt.
Auch im Gailtal erstreckt sich das aktuelle Verbreitungsgebiet der Smaragdeidechse deutlich weiter nach Westen als bisher bekannt. Bis nach Kirchbach wurden mehrere Smaragdeidechsen-Vorkommen entlang der südexponierten Hanglagen festgestellt. Entlang der Südflanke der Mittleren Gailtaler Alpen erstreckt sich ein weitgehend geschlossenes Verbreitungsgebiet von St. Stefan im Gailtal bis St. Lorenzen im Gitschtal.
Die Vorkommen im Drautal sind offenbar heute nicht mehr verbunden und weisen eine größere Verbreitungslücke zwischen Sachsenburg und Greifenburg auf. Die westlichsten Vorkommen der Smaragdeidechse wurden in Oberdrauburg nachgewiesen.
Die Untersuchung von Dr. Florian Glaser in Osttirol blieb leider ohne aktuelle Nachweise der Smaragdeidechse – die festgestellten Bestandsrückgänge haben die Smaragd-eidechse in Osttirol an den Rand des Aussterbens gebracht.
Gefährdung und Schutzmaßnahmen
Im Zuge der Geländebegehungen wurden als Gefährdungsursachen für die Lebensräume der Smaragdeidechsen vor allem Verbauung und Verbuschung oder Aufforstung, vereinzelt auch das Aufkommen von Neophyten festgestellt. Entsprechend ist das Offenhalten von Wiesenflächen in den sonnigen Hanglagen sehr wichtig für den Fortbestand der Smaragdeidechsen, aber auch eine extensive Nutzung der Wiesen, die dann deutlich mehr Heuschrecken und andere Insekten beherbergen als gedüngte Fettwiesen.
Als direkte Gefahren für die Tiere (Tötung) gelten der Verkehr, gelegentlich die Mahd und besonders häufig Hauskatzen! In Siedlungsnähe sind Jungtiere und auch erwachsene Smaragdeidechsen oft Opfer von Hauskatzen, auch zahlreiche Fundmeldungen gehen auf von Katzen erbeutete Smaragdeidechsen zurück. Streunende Katzen sind für eine Vielzahl kleiner Wildtiere ein Problem, umgehängte Glöckchen sind schon eine Verbesserung, wirklich geschützt sind Wildtiere nur, wenn die Hauskatzen wirklich im Haus gehalten werden.
Auch Sie können helfen
Zum Schutz der Smaragdeidechse (und anderer Reptilien) können auch Sie etwas beitragen, indem Sie ...
- die Eidechsen respektieren und ungestört lassen,
- strukturreiche Bereiche im eigenen Garten als Ruhezonen weitgehend ungenützt belassen,
- keine Pestizide (Pflanzenschutzmittel etc.) verwenden
- Ihre Katze mit einem Warn-Glöckchen ausstatten oder am besten im Haus behalten.






