Europäische Wildkatze
Artenschutzbestreben für die Wildkatze in Kärnten
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) galt in Österreich lange Zeit als verschollen. Doch die scheuen Waldbewohner kehren zurück. Als spezialisierte Bewohner strukturreicher Laub- und Mischwälder stellt die Wildkatze hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Um das Überleben dieser Tierart in Kärnten langfristig zu sichern, braucht es nicht nur geeignete Rückzugsräume, sondern vor allem eine Vernetzung der Lebensräume.
Die Arge NATURSCHUTZ fungiert als zentrale Ansprechstelle für Fragen zur Wildkatze in Kärnten. In enger Kooperation mit dem Naturschutzbund Österreich, welcher die bundesweite Koordination der Art betreut und dem Naturschutzbund Kärnten, setzen wir uns für den Schutz und die Erforschung der Wildkatze ein.
Aktuelle Verbreitung in Österreich
Die Rückkehr der Europäischen Wildkatze lässt sich durch verschiedene Nachweismethoden belegen. Die aktuelle Verbreitungskarte zeigt die Bestätigungen seit dem Jahr 2003, unterteilt in unterschiedliche Nachweiskategorien.

Grafik: Verbreitung der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris) in Österreich (Datenstand: September 2025; Quelle: Austrian wildcat database; Karte erstellt von Katharina Neugebauer (Naturschutzbund Österreich)
- Rot (C1): Gesicherte genetische Nachweise (z. B. durch Lockstock-Untersuchungen, Totfunde).
- Orange (C2): Überprüfbare und bestätigte morphologische oder phänotypische Nachweise (z. B. Foto- oder Videobelege).
- Blaues Kreuz: Nachweise von Hybridisierung (Mischlinge zwischen Wild- und Hauskatze).
Aktuelle Projektarbeit: Netzwerk Wildkatze
Im Fokus unserer aktuellen Arbeiten steht das Projekt "Netzwerk Wildkatze" des Naturschutzbundes Österreich. Gemeinsam mit dem Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft e.U. setzen wir Maßnahmen um, um die Kärntner Kulturlandschaft für die Wildkatze zu verbessern.
Ein zentraler Bestandteil ist die Errichtung von Heckenstrukturen im Ausmaß von insgesamt 1.000 Laufmetern, welche als Lebensraumkorridore dienen und bestehende Lebensräume vernetzen. Die Arge NATURSCHUTZ übernimmt dabei sowohl die Organisation und die Kommunikation mit der Jägerschaft und den Grundbesitzern als auch die praktische Umsetzung der Bepflanzung. Zudem werden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zwei Fach-Exkursionen angeboten, die die Lebensweise der Wildkatze und die Bedeutung der Vernetzung direkt im Gelände vermitteln.
Monitoring mithilfe von Lockstöcken
Parallel führt die Arge NATURSCHUTZ Untersuchungen durch, um den Wissensstand über die Verbreitung der Wildkatze in Kärnten zu vertiefen. Auf Flächen des Naturschutzbundes kommen dabei Lockstock-Untersuchungen zum Einsatz.
Bei dieser Methode werden Holzstöcke mit Baldrian präpariert, um Wildkatzen zum Reiben am Stab zu animieren. Die dabei zurückbleibenden Haarproben werden anschließend genetisch ausgewertet, um einen Wildkatzennachweis sicher bestätigen zu können.
Wildkatze oder Hauskatze?
Die Unterscheidung zwischen einer wildfarbenen Hauskatze und einer echten Europäischen Wildkatze ist oft schwierig und teilweise nur genetisch möglich, da sie sich optisch stark ähneln. Es gibt phänotypische Merkmale, die eine Bestimmung ermöglichen (siehe Downloadlink zum Merkblatt; Quelle: verändert nach A. Kranz, L. Lapini & P. Molinari (2009), Bearbeitung Kranz (2024)).
Die Wildkatzen-Meldeplattform
Haben Sie eine Wildkatze gesehen oder ein totes Tier (z. B. nach einem Verkehrsunfall) gefunden? Jeder Hinweis hilft dabei, die Verbreitung der Art in Kärnten besser zu verstehen. Bitte melden Sie Ihre Beobachtungen direkt über die offizielle Plattform des Naturschutzbundes Österreich:
Wildkatzenmeldung – Naturschutzbund Österreich
Besonders hilfreich ist die Dokumentation durch Fotos oder Videoaufnahmen, da diese eine Überprüfung der Merkmale ermöglichen. Wichtige Angaben bei der Meldung einer Sichtung sind:
- Art des Hinweises: Beobachtung einer erwachsenen Katze, von Jungtieren oder einer Fährte; Fotografie oder Totfund.
- Ort der Sichtung: Koordinaten oder Politischer Bezirk, Ortschaft mit Postleitzahl und nach Möglichkeit der Flurname.
- Zeitpunkt: Datum, Uhrzeit und die ungefähre Dauer der Beobachtung.
- Erkennbare Merkmale: Details wie die Schwanzform, Fellfarbe oder der Körperbau.
- Nachweis: Foto- oder Videoaufnahme.
Weiterführende Informationen
Weitere Inhalte zur Biologie der Wildkatze sowie umfassende Informationen zum bundesweiten Schutzprojekt finden Sie auf der offiziellen Projektseite des Naturschutzbundes Österreich. Spezifische regionale Informationen und Projekte in unserem Bundesland werden zudem von unseren Kollegen des Naturschutzbundes Kärnten bereitgestellt.
Kontakt für Kärnten:
Arge NATURSCHUTZ
Sekull 7A, A-9212 Techelsberg am Wörthersee
Telefon: +43-(0)4272-21 930





