Arbeitspaket 3
Arbeitspaket 3: Krankheitsmonitoring und Prävention
Infektionskrankheiten, die häufig durch nicht heimische Arten eingeschleppt werden, bedrohen die Bestände von Amphibien und Flusskrebsen. Ziel dieses Arbeitspaketes ist es, die Verbreitung dieser Erreger systematisch zu untersuchen und ein grenzüberschreitendes Melde- und Kommunikationsprotokoll zu entwickeln.
Im Fokus stehen dabei zwei Erreger:
Chytridiomykose: Diese durch die Pilzarten Batrachochytrium dendrobatidis und B. salamandrivorans verursachte Krankheit führt zu einem Rückgang von Amphibienpopulationen. Wir untersuchen das Vorkommen an 20 Standorten in Kärnten mittels Hautabstrichen und e-DNA-Analysen (Umwelt-DNA) aus Wasserproben.
Krebspest: Der Erreger Aphanomyces astaci wird durch invasive Krebsarten wie den Signalkrebs verbreitet und kann heimische Krebspopulationen innerhalb weniger Wochen vernichten. Von einem Partnerbüro werden diesbezüglich Untersuchungen unternommen.
April – September 2026: Chytrid-Beprobungen
Am 21. April 2026 wurde in Kärnten mit den Beprobungen für die Untersuchung auf Batrachochytrium dendrobatidis und B. salamandrivorans begonnen. Über die Sommermonate werden sukzessive an ausgewählten Standorten Hautabstrichproben von Amphibien und Wasserproben (eDNA) genommen und an das Labor Sinsoma zur weiteren Analyse geschickt.
Vorzugsweise werden die Arten Pelophylax sp., Bombina variegata, aber auch Molche gefangen und beprobt. Je nach Artenspektrum und Gewässerausstattung werden die Fangaktionen und Beprobungen meist nachts durchgeführt. Die beprobten Amphibien werden dokumentiert, fotografiert und umgehend danach am Fangort wieder freigelassen.
März 2026: Gemeinsamer Beprobungs-Workshop
Am 24. März fand ein Beprobungs-Workshop mit den slowenischen Projektpartnern statt. Ziel war es, die Beprobungstechniken abzustimmen und den Ablauf für die kommende Saison zu üben.
Wir haben die Tiere vom Amphibienschutzzaun des Pilotgebietes Höfleinmoor genutzt, um das fachgerechte Handling und die Entnahme der Hautabstriche direkt zu besprechen. Dabei wurden wir vom Herpetologen Dr. Marc Sztatecsny begleitet. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Abstimmung des Desinfektionsprotokolls, um eine Verschleppung von Krankheitserregern zwischen den Standorten zu verhindern.
Durch die gemeinsame Vorbereitung sind die methodischen Abläufe nun grenzüberschreitend angeglichen. Wir starten damit gut vorbereitet in die diesjährige Geländesaison.
Herbst/Winter 2025: Fachliche Recherche und Saisonvorbereitung
Während sich die Amphibien in ihre Winterruhe begaben, nutzten wir die Zeit für die fachliche Vorbereitung der kommenden Geländesaison. Die Arge NATURSCHUTZ konzentriert sich in diesem Arbeitspaket primär auf die Amphibienkrankheiten (Chytridiomykose).


































