Sanierung St. Lorenzener Hochmoor

Das St. Lorenzener Hochmoor (Auch "Autertal" genannt) liegt im Bereich der östlichen Nockberge in den Gurktaler Alpen in einem Hochtal auf einer Seehöhe von circa 1.460 m nördlich von St. Lorenzen in der Gemeinde Reichenau (Pol. Bezirk Feldkirchen).
Die vermoorten Flächen im Autertal nehmen eine Fläche von ca. 17,6 ha ein. Im Moor existieren historische Torfstiche. Der Torfabbau im St. Lorenzener Hochmoor startete bereits 1892 im südwestlichen Teil des Hochmoores. 1904 wurde die Autertaler Torfverwertungs-Genossenschaft St. Lorenzen (registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung) gegründet. So entstanden der zentral gelegene, breite Graben, der das Hochmoor durchzieht und in weiterer Folge einzelne Erosionsgräben. Im Jahr 1968 wurde der Torfbau aus ökonomischen Gründen wieder eingestellt.
In Abstimmung mit dem Eigentümer war geplant, Maßnahmen zur Stabilisierung der Spundwände, zur Optimierung der Torfstichkanten und zur Erweiterung von Kleingewässern durchzuführen. Die ersten Arbeiten (Errichtung von zwei neuen, Sanierung von mehreren Spundwänden und die Errichtung eines Teiches am Standort der ehemaligen Torfhütte) wurden bereits im Herbst 2023 durchgeführt. Im Oktober 2024 konnten die letzten Arbeiten abgeschlossen werden:
- Errichtung einer dritten Spundwand und
- Abschrägen der Torfstichkanten.
Ein hoher Moorwasserspiegel ist eine existenzielle Grundlage für das Wachstum von Torfmoosen. Der Verlauf des wichtigen Moorwasserspiegels folgt der Form eines Wassertropfens. Torfstichkanten schneiden die Grundwasserkuppel an, u.a. bilden sich in Ecken Erosionsgräben, von den Kanten ausgehend steigt der notwendige Wasserspiegel erst langsam an. In den Kantenbereichen vertrocknet der Torf, er vererdet dort und unterliegt der Erosion.
Die Torfstichkanten wurden daher ausgerundet, damit sich der Wasserspiegel der oben beschriebenen Form eines Wassertropfens wieder annähern kann. Durch die Maßnahmen konnte auch vermieden werden, dass sich neue Erosionsgräben oder Längsrisse parallel zur Kante bilden.
Ein herzliches Dankeschön an DI Herwig Müller (Projektleitung), Baggerfahrer Ingolf Kaiser (ÖBF), den Helfern Manfred Ronacher und Jakob Salbrechter (Mitglieder der Eigentümervertretung) sowie Obfrau Anneliese Schusser für die hervorragende Verpflegung.




























