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Der Eisvogel – Vogel des Jahres 2009

Der Eisvogel zählt sicherlich zu den eindrucksvollsten und farbenprächtigsten Vogelarten unserer Heimat, daher trägt er auch den Beinamen "fliegender Edelstein". Die Bauchseite ist orange, die Oberseite je nach Lichteinfall bläulich oder grünlich schillernd.

In Kärnten ist der Eisvogel eine stark bedrohte Vogelart und steht unter strengem Schutz. Aufgrund seiner Besonderheit ist er ein beliebtes Symbol für den Naturschutz und Vogel des Jahres 2009 in Deutschland und Österreich.

Er ist an fischreiche, klare Fließgewässer oder stehende Gewässer gebunden, welche im Uferbereich Gehölzstrukturen aufweisen. Für die Jagd auf Kleinfische sind überhängende Äste für ihn ideale Ansitzwarten. Von diesen stürzt sich der 16-18 cm große Meisterfischer, der auf Englisch nicht umsonst "Kingfisher" (Fischerkönig) genannt wird, blitzschnell ins Wasser. Sein hervorragend angepasster Körper ermöglicht dem "fliegenden Edelstein" diese Jagdmethode des "Stoßtauchens".

Heute ist der Eisvogel wegen der zunehmenden Vernichtung seines natürlichen Lebensraumes selten geworden und daher streng geschützt. Fast alle europäischen Flüsse und Bäche wurden reguliert, viele Tümpel zugeschüttet und ein Großteil der Feuchtgebiete trocken gelegt. Durch diese Maßnahmen hat sich das Nahrungsangebot für den Eisvogel sowie die Zahl der Ansitze und ruhigen Buchten verringert. Zudem verhindern abgeschrägte, befestige Böschungen die Entstehung von Uferabbrüchen, und damit die Anlage von Brutröhren. Vereinzelte Renaturierungsmaßnahmen haben bislang nur kaum geholfen, dem Rückgang des Eisvogels entgegenzuwirken. Durch verschmutztes Wasser zurückgehende Fischbestände und schlechte Sicht ins Wasser entziehen dem Eisvogel ebenso die Nahrungsgrundlage. Auch strenge Winter können den Eisvogelbestand drastisch verringern.

Während die Altvögel meistens auch außerhalb der Brutsaison in ihren Revieren bleiben, streifen die selbständigen Jungvögel auf der Suche nach einem geeigneten Gebiet von Juli bis Mitte Oktober umher. Die Wanderungen können bis zu 1.000 Kilometer umfassen.

Bis spätestens Anfang April hat sich der Eisvogel auf ein Brutgebiet festgelegt. Er gräbt Bruthöhlen in senkrechte, trockene und unbewachsene Steilwandabbrüche aus lehmig-sandigem Material. Mit ihrem kräftigen Schnabel bohrt er eine bis zu 1 Meter lange und ca. 7 Zentimeter breite, leicht ansteigende Brüthöhle. An deren Ende befindet sich eine kesselartige Erweiterung für die Eiablage. Das Weibchen legt 6-8 Eier, die Brutzeit dauert bis zu 3 Wochen. Bis zu 80 % der Brut gehen durch Fressfeinde, wie Marder, Überflutung der Höhle durch Hochwasser, Höhleneinbrüche oder Erfrieren zugrunde.

Bild
Bild Eisvogel auf Ansitzwarte.
Eisvogel auf Ansitzwarte.
Bild Eisvogel im Anflug zur Bruthöhle.
Eisvogel im Anflug zur Bruthöhle.

Neben der Renaturierung naturferner Fluss- oder Bachläufe zählen künstlich geschaffene Steilwände, Abgrabungen bzw. Anschüttungen geeigneter Uferbereiche sowie künstliche Bruthöhlen zu wichtigen Schutzmaßnahmen für den Eisvogel.

Im Zuge des diesjährigen Projekts "Steilwand" ist die NATURSCHUTZ darum bemüht, durch Abgrabungen vorhandener bzw. Schaffung neuer Steilwandbereiche verbesserte Brutbedingungen für den Eisvogel zu schaffen. So wurden von Februar bis Ende März 2009 an etlichen Standorten Kärntens überwachsene Steilwandabbrüche bis auf überhängende Grasvasen und einige Wurzelreste vegetationsfrei gemacht und senkrecht abgegraben (optimal ist eine glatte, senkrechte bis überhängende Wand). Für den Spätsommer ist geplant, an anderen Standorten neue potentielle Brutplätze für den Eisvogel zu errichten.

Bild Abgrabungsarbeiten.
Abgrabungsarbeiten.
Bild Abgegrabene Steilwand.
Abgegrabene Steilwand.
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