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Das "Kulturlandschaftsprojekt Kärnten"

Die Arge NATURSCHUTZ beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Kulturlandschaft in Kärnten. Seit dem Jahr 2000 ist die Arge NATURSCHUTZ Projektträger für das sogenannte "Kulturlandschaftsprojekt Kärnten", einem aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes Kärnten Abt. 10 - Landwirtschaft geförderten Projekt. Es liegt eine vollständige Statistik aus den Jahren 2000 bis 2007 vor. Derzeit ist eine 10-Jahres-Evaluierung in Bearbeitung.

In der Funktion als Projektträger wurden die Unterlagen aller Einzelmaßnahmen gesammelt und über zwei getrennte Projektanträge zur Förderung eingereicht:

  • Grundlagenerhebung und Maßnahmenplanung
  • Umsetzung

 Grundlagenerhebung und Maßnahmenplanung

Die Grundlagenerhebung umfasst die Erhebung von naturschutzfachlich wertvollen Lebensräumen, sowie ausgewählten Pflanzen- und Tierarten. Auf Basis der Grundlagenerhebung erfolgt eine Maßnahmenplanung, welche dazu beitragen soll, die ökologische Wertigkeit eines Gebietes (inklusive ihrer Pflanzen- und Tierarten) zu erhalten bzw. durch bestimmte Maßnahmen sogar zu erhöhen.

Beispiele für Grundlagenerhebungen mit Maßnahmenplanung

  • Flächendeckende Biotopkartierungen in den Gemeinden Althofen, Brückl, Glanegg, Ludmannsdorf, Maria Saal, Moosburg, St. Margarethen im Rosental, Treffen und Weißenstein.
  • Gebietsmanagement Görtschacher Moos-Obermoos
  • Kulturlandschaftsprojekt Althofner Moor
  • Geotopkataster Kärnten
  • Bestandeserfassung und Monitoring des Wiedehopfes in Kärnten
  • Pilotprojekt Alpine Brandbewirtschaftung
  • Kartierung und Management Schwarze Küchenschelle in Kärnten
  • Kulturlandschaftsprojekt St. Lorenzener Hochmoor
  • Tierwelt der Trockenmauern in Kolbnitz/Reißeck
  • Die Bergmähder Kärntens
  • Vegetationskundliche Grobkartierung Danielsberg
  • Monitoring der Großen Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis )
  • Managementplan zur Sicherung des Vorkommens vom Steirischen Federgras in Kärnten
  • Die Trockenrasen Kärntens
  • Kartierung und Management vom Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)
  • Botanisch-ökologische Grundlagenerhebung zur Almheuzertifizierung in Kärnten 
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Umsetzungsmaßnahmen

Dieses Teilprojekt umfasst die Umsetzung von naturschutzrelevanten Maßnahmen auf Basis der Grundlagenerhebung und Maßnahmenplanung. Dabei handelt es sich einerseits um die Schaffung von Landschaftselementen (z.B. Hecken, Wasserflächen, Baumreihen, Obstbaumbestände, Steinmauern, artenreiche Wiesenbestände), andererseits um die Durchführung von Pflegemaßnahmen, (z.B. Schwenden, Schlegeln, Mahd von verbuschten bzw. verbrachten Wiesen) sowie um spezielle Artenschutzmaßnahmen (z.B. für Amphibien, Fledermäuse, Vögel oder Insekten).
 

1. Schaffung von Landschaftselementen

In den Jahren 2000 bis Dezember 2007 wurden beispielsweise

  • 13 Hecken angelegt und dabei knapp 4.250 Bäume und Sträucher gepflanzt (Fläche: rund 3,4 ha),
  • 46 Kleingewässer auf einer Fläche von ca. 2,4 ha angelegt,
  • insgesamt 40 Hochstamm-Obstbäume gepflanzt (Fläche: rund 0,6 ha),
  • zwei Trockensteinmauern errichtet (Fläche: rund 245 m2),
  • kleine Bäche auf einer Länge von über 800 m reaktiviert oder instandgesetzt,
  • das St. Lorenzener Hochmoor auf einer Fläche von rund 0,5 ha wiedervernässt,
  • sowie rund 23,3 ha mit speziellem Saatgut eingesät und auf diese Art artenreiche Wiesen geschaffen.
Bild Neu angelegte Hecke
Neu angelegte Hecke
Bild Baggerung eines Amphibienteiches
Baggerung eines Amphibienteiches

Durchführung von Pflegemaßnahmen

Naturschutzfachlich besonders wertvolle Lebensräume des Offenlandes (z.B. Trockenrasen, Magerweiden, Feuchtwiesen) drohen immer mehr zu verstauden und zu verbuschen, da sie für die Landwirte betrieblich kaum oder gar nicht mehr interessant sind. Damit gehen wertvolle Lebensräume verloren. Derartig wertvolle Flächen werden geschwendet und/oder geschlegelt oder erstmalig gemäht und leisten einen hohen Beitrag zur Verbesserung der Artenvielfalt.

In den Jahren 2000 bis Dezember 2007 wurden

  • insgesamt ca. 82 ha verbuschte bzw. verwaldete Feuchtwiesen geschwendet und/oder gefräst, geschlegelt bzw. erstmalig gemäht und so wieder einer extensiven Nutzung zugeführt.
Bild Fräsen einer verbuschten Feuchtwiese
Fräsen einer verbuschten Feuchtwiese

Durchführung spezieller Artenschutzmaßnahmen

Es gibt eine Reihe von Tierarten, die mittlerweile schon sehr selten geworden sind oder einen wichtigen Beitrag für Land- und Forstwirtschaft leisten, etwa als Schädlingsvertilger. Um manch gefährdete Population solcher Arten (z.B. Waldameisen, Hornissen, Bienen und Wespen) sichern zu können, sind unter anderem Aufwendungen für deren Übersiedelung notwendig.

In den Jahren 2000 bis Dezember 2007 wurden

  • insgesamt 34 Waldameisen-, 202 Hornissen-, 186 Wespen- und 3 Hummelvölker übersiedelt sowie durch Aufklärungsarbeit weitere 225 Hornissen-, 34 Wespen- und 3 Hummelvölker vor der Vernichtung bewahrt, sodass in Summe über 687 Insektenvölker gerettet werden konnten.
  • Außerdem wurde im Rahmen einer Teich-Renaturierung die Wiederansiedelung des Dohlenkrebses und der Teichmuschel an diesem Teich gefördert,
  • ca. 0,9 ha Wiesenknopf-Rasensoden als Lebensraum für den seltenen Ameisenbläuling verpflanzt und
  • 6 Kleintiertunnels zur Sicherung einer Amphibienwanderstrecke eingebaut.
Bild Waldameise
Waldameise
Bild Hornisse
Hornisse
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