Amphibiengewässer-Evaluierung
Kleingewässer nehmen im Haushalt der Natur in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Rolle ein. Neben den Faktoren der Klimaregulation und des Wasserspeichers sind diese vor allem als wichtiger Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten anzusehen, die durch die Zerstörung ihrer ursprünglichen Biotope einer immer stärkeren Bedrohung in ihrem Fortbestand ausgesetzt sind. Deshalb wurde die Neuanlage von Kleingewässern zu einem Schwerpunkt im Kärntner Naturschutz.
Das Entstehen der untersuchten Biotope ist auf verschiedene Förderprojekte sowie Ausgleichsmaßnahmen im Zuge von naturschutzrechtlichen Verfahren zurückzuführen.
In den Jahren 2003 und 2004 wurden 41 dieser Biotope auf die Eignung als Laichgewässer für heimische Amphibien untersucht. Dabei wurden Daten zur Gewässerstrukturierung, Lage und dem Amphibienvorkommen an den einzelnen Biotopen erhoben.
Insgesamt konnten an 28 von den 41 über ganz Kärnten verteilten Biotopen 9 bzw. 11 Amphibienarten nachgewiesen werden. Am artenreichsten Biotop gelang der Nachweis von 6 Spezies.
Am häufigsten, in 24 Gewässern, wurde der Grasfrosch (Rana temporaria) nachgewiesen. Gefolgt von den Grünfröschen (Rana ridibunda, R. lessonae, R. kl. esculenta) in 12 und der Erdkröte (Bufo bufo) in 11 Gewässern. Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) konnte an 7, der Laubfrosch (Hyla arborea) an 6, der Springfrosch (Rana dalmatina) an 4 und die drei Molcharten, Teich-, Berg- und Alpen-Kammmolch (Triturus vulgaris, T. alpestris, T. carnifex) an jeweils 2 der untersuchten Gewässern nachgewiesen werden.
Die Besiedelung von neu angelegten Feuchtflächen durch Amphibien hängt unmittelbar mit ihrer Verbreitung im näheren Umfeld zusammen. Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein entsprechender Land- und Laichhabitate. In den ersten Jahren finden sich die so genannten Pionierarten, deren bevorzugte Laichplätze vegetationsarme bzw. vegetationslose Stehgewässer sind, am Gewässer ein. Laichplatztreue Amphibienarten und jene die zur Laichablage spezielle Vegetationsstrukturen benötigen, nehmen das Gewässer erst in den Folgejahren in Anspruch, wenn die Sukzession bereits fortgeschritten ist und sich die entsprechenden Strukturen etabliert haben. Im Regelfall sind ältere Gewässer in Hinblick auf Amphibien arten- und individuenreicher als neu angelegte. Bei zu starkem Vegetationsaufkommen im und um das Gewässer verliert das Biotop jedoch durch zunehmende Beschattung und Verlandung wieder an Attraktivität.
Grundsätzlich kann größeren, tieferen und reichhaltiger strukturierten Gewässern auf Dauer eine bessere Eignung zugesprochen werden als sehr kleinen, seichten mit geringer Strukturierung. Diese können kaum zur Gänze austrocknen oder durchfrieren und deshalb kommt es weniger leicht zu Totalausfällen in der Nachkommenschaft verschiedener Laichpopulationen. Reichhaltige Strukturen bieten verschiedenen Amphibienarten vermehrt Schutz vor übermäßigem Feinddruck und auch größere Kapazitäten was das Laichplatzangebot betrifft. Sie besitzen daher insgesamt eine höhere Stabilität und Resistenz gegenüber verschiedenen Einflüssen von außen.



